Männer: Purer Handball-Wahnsinn beim Derby

HSG dreht das Derby in letzter Sekunde mit direkt verwandeltem Freistoß und erobert einen Punkt in Neustadt

28.9.2014: VfL Neustadt - HSG Marburg/Cappel 39:39 (23:17)

Wie bereits in der letzten Saison führte das zweite Saisonspiel die HSG zum Auswärtsspiel nach Neustadt. Damals mussten die Marburger Mannen eine heftige Derby-Klatsche einstecken, doch diesmal waren die Vorzeichen etwas besser. Im Laufe der letzten Saison sowie in der Saisonvorbereitung hat sich das junge Marburger Team sehr positiv entwickelt und trat dementsprechend optimistisch die Reise in den Osten des Landkreises an.
Auch wenn der VfL Neustadt die Saison zurzeit ohne echten Trainer bestreitet, bot die Heimmannschaft die bereits aus der Vorsaison bekannten Gesichter auf, die Marburg damals das Leben schwer gemacht hatten. Besonders den starken Rückraum der Neustädter um Benedikt Blattner, David Philipp und Lars Schultheiß galt es in den Griff zu bekommen.

Die Neustädter kamen zunächst besser ins Spiel und es zeichnete sich bereits früh ab, dass die Zuschauer für ihr Geld viele Tore zu sehen bekommen würden. Es gelang der Marburger Sieben in der ersten Hälfte nicht, die Vorsätze umzusetzen und den sehr durchsetzungsstarken Rückraum des Gegners am Abschluss zu hindern. So kam es, dass sich Neustadt im Laufe der ersten Hälfte Tor für Tor absetzen konnte und mit einem Sechs-Tore-Vorsprung (23:17) in die Kabine gehen durfte.

Trotz dieses deutlichen Vorsprungs blieben die Marburger optimistisch. Nach einigen personellen Umstellungen begann die HSG in der zweiten Hälfte dann auch deutlich verbessert. Die Abwehr stand nun stabiler und der Neustädter Vorsprung schmolz bis zum Stand von 27:24 auf drei Tore dahin. Dann jedoch leistete sich die HSG im Aufbauspiel zu viele Fehler und ermöglichte dem VfL schnelle und leichte Tore. Das Aufbäumen der HSG schien nur kurzzeitig erfolgreich zu sein. Neustadt zog erneut davon und konnte sich in der 45. Minute mit acht Toren Vorsprung bereits als sicherer Sieger wähnen. In dieser Schwächephase war es einzig und allein dem starken Marcel Bernhardt im Marburger Tor zu verdanken, dass Neustadt nicht noch höher führte. Marcel hielt mehrere "Unhaltbare", darunter auch zwei Tempo Gegenstöße.
Was dann in den letzten 15 Minuten geschah, kann man ohne rot zu werden als "puren Handballwahnsinn" bezeichnen. Die Kräfte der Heimmannschaft ließen nun merklich nach, während die Marburger dank der von Trainer Portjanow intensiv durchgeführten "Vorbereitungs-Quälerei" noch fit und schnell waren. Möglicherweise waren sich die Neustädter ihrer Sache auch schon zu sicher und ließen die HSG nun nach Belieben schalten und walten. Tor um Tor kämpfte sich die HSG heran. Besonders der pfeilschnelle Lars Hornung auf der linken Außenbahn sowie das erfolgreiche Zusammenspiel zwischen Johan Grede im Rückraum und Max Kiekbusch am Kreis waren für die Aufholjagd wichtig. Zwei Minuten vor Abpfiff betrug der Rückstand nur noch zwei Tore, 40 Sekunden vor Ende war es dann nur noch ein Treffer bei eigenem Ballbesitz. Neustadt versuchte dieses eine von den Marburgern so ersehnte Tor mit allen Mitteln zu verteidigen und war damit auch bis zwei Sekunden vor Spielende erfolgreich. Ein versuchter Abschluss aus dem Rückraum wurde mit einem Foul unterbunden und Marburg erhielt von dem gut pfeifenden Schiri-Gespann noch einen letzten direkten Freiwurf zugesprochen. Lars Jacob trat zu dieser abschließenden Aktion an. Während der Neustädter Block mit einem Wurf über die Mauer rechnete, knickte Jacob nach rechts ab und schaffte es den Freiwurf an der Mauer vorbei als Aufsetzer auf das Tor zu bringen. Mit dieser Aktion hatte wohl auch der Neustädter Torwart nicht gerechnet und der Ball passierte zum 39:39 die Torlinie. Der folgende Abpfiff der Schiedsrichter ging dann im euphorischen Jubel der Marburger unter.

Wie schon im ersten Saisonspiel bewies die Mannschaft eine überragende Moral und drehte einen Acht-Tore-Rückstand innerhalb von 15 Minuten zu einem Unentschieden. Die gute Physis des Teams sowie eine auf allen Positionen mindestens doppelt gut besetzte Mannschaft machen die Marburger zu einem unberechenbaren Gegner für die Konkurrenz in der Bezirksliga B.

Das nächste Spiel bestreitet die HSG am 4. Oktober um 16:15 Uhr gegen einen weiteren alten Bekannten, namentlich die HSG Eibelshausen/Ewersbach. Im Anschluss spielen die Frauen der HSG, die ebenfalls als Aufsteiger ambitioniert in die neue Saison gehen.
Wenn die HSG weiterhin solche Spektakel abfeuert wie in den letzten beiden Spielen, sollte sich ein Besuch für die Zuschauer also lohnen!

Für die HSG Marburg/Cappel spielten: Fabian Busse, Marcel Bernhardt; Lars Jacob (8), Max Kieckbusch (5), Johan Grede (5), Lars Hornung (5), Sam Imani (5/2), Florian Altegoer (4), Christian Rottmann (3), Jan-Jonas Bruens (2), Maik Woehner (1), Henning Dippel (1), Valentin Farnung, Jan-Christoph Freybott

Henning Dippel

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