2. Frauen: Verrückter Spieltag bringt die Meisterschaft

Trotz Niederlage feiern die Marburgerinnen den Titel in der Bezirksliga B

04.05.19: HSG Marburg/Cappel II - TV Dornholzhausen 23:25 (13:12)

Nach einer langen Saison stand am Samstag das vermeintlich entscheidende Spiel für die zweite Frauenvertretung der HSG Marburg/Cappel auf dem Programm. Nach einer überragenden Hinrunde mit 18:2 Punkten hatte man sich in der Rückrunde deutlich schwerer getan, vor allem bei den Auswärtsspielen. In der Cappeler Halle hatte die Mannschaft allerdings seit dem 25.11.2017 (!!!) keinen einzigen Punkt mehr abgegeben. Diese letzte Niederlage allerdings kassierte man ausgerechnet gegen den Gegner, gegen den es beim Saisonfinale zu bestehen galt. Im November 2017 konnte sich der TV Dornholzhausen in Cappel mit 26:21 durchsetzen.
Die lange Saison hatte ihre Spuren hinterlassen, vor allem personeller Natur. In diesem letzten Spiel musste die HSG neben Kapitänin Feli Hestermann unter anderem auf Vany Kuhl, Miri Jäger und zunächst auch Torfrau Steffi Quent verzichten. Dank des breiten Kaders war es aber in der gesamten Saison gelungen, solche Ausfälle zu verkraften. Auch an diesem Spieltag konnte die HSG mit 14 Spielerinnen auflaufen. Pia Hummerich ermöglichte für das wichtige Spiel die Anreise von einem Familientreffen (an dieser Stelle ein riesengroßes Dankeschön an Pias Familie für das Verständnis), und so konnte man optimistisch und mit Selbstvertrauen in das Spiel gehen.

Die erste Halbzeit verlief ausgeglichen, keine Mannschaft konnte sich absetzen und Marburg/Cappel mit zwei Treffern in den letzten 90 Sekunden einen Rückstand noch in einen 13:12-Vorsprung umwandeln. Ärgerlich waren zu viele leichte Gegentreffer durch Meike Schmitt, die nach Belieben aus dem Rückraum traf, und das auch noch aus dem Stand. Aber auch dank der tollen Unterstützung von den Zuschauern war man wild entschlossen, den Sieg und den Titel in der zweiten Hälfte klar zu machen.

Die ersten zehn Minuten dieser zweiten Halbzeit verliefen weiterhin ausgeglichen, doch dann kamen die Marburger Offensivbemühungen ins Stocken. Angriffe wurden nicht mehr ausgespielt und Chancen leichtfertig vergeben. In der Folge gelang es Dornholzhausen sich von 16:16 zu einem 19:25 abzusetzen. Aufgrund dieses fünfzehnminütigen Blackouts der Marburgerinnen sah man die Chancen auf die Meisterschaft dahinschwinden und stellte wenige Minuten vor Abpfiff die Abwehr auf eine offene Manndeckung um. Diese funktionierte tatsächlich, mit dem Mut der Verzweiflung gelang es innerhalb von weniger als 120 Sekunden noch vier Tore aufzuholen und auf 23:25 zu verkürzen. Die Zeit reichte jedoch nicht aus, um den einen so ersehnten Punkt zu holen. Dornholzhausen fügte den Marburgerinnen dank einer starken Leistung die erste Niederlage in der Cappeler Halle seit 17 Monaten zu, ausgerechnet in diesem wichtigen Spiel.

Die Enttäuschung der Marburgerinnen nach Abpfiff war riesengroß, hatte man doch innerhalb einer Woche vier Punkte Vorsprung auf die HSG Wettertal II hergegeben und Wettertal nun die große Chance ermöglicht, mit einem Sieg in Reiskirchen den Unistädterinnen den Titel in letzter Sekunde noch zu entreißen. Zu allem Übel hatte sich Abwehrchefin Gaby Petznick in der zweiten Halbzeit verletzt, im Krankenhaus wurde ein Rippenbruch diagnostiziert.

Während die Trainer sich nach dem Spiel in der Kabine der schweren Aufgabe stellten, die Spielerinnen wiederaufzubauen und auf eine höchstwahrscheinlich anstehende Relegation vorzubereiten, hatten diese andere Pläne. Auf einmal stand die Idee im Raum, ungeduscht nach Reiskirchen zu fahren und die Reiskirchenerinnen von der Tribüne aus zu unterstützen, gegen den Favoriten aus dem Wettertal mindestens einen Punkt zu holen. Mit Vollgas ging es also über die Autobahn Richtung Süden. Als man die gut gefüllte Halle in Reiskirchen betrat, lagen die Hausherinnen noch mit vier Toren hinten. Dass Reiskirchen allerdings alles für den Sieg tun würde war klar, ging es doch für die Mannschaft in diesem Spiel um den Klassenerhalt. Und tatsächlich spielten die Reiskirchenerinnen mit viel Kampfbereitschaft stark auf, während man Wettertal anmerkte, dass der Druck, der in den letzten Spielen auf der HSG Marburg/Cappel lastete, sich nun auf ihren Schultern befand. Reiskirchen drehte das Spiel und gewann mit 20:18, was auf der Tribüne von frenetischem Jubel und feuchten Augen der Marburger Spielerinnen begleitet wurde. Gemeinsam mit der extrem sympathischen Truppe aus Reiskirchen feierten die HSG-Spielerinnen mit einem großen Kreis auf dem Spielfeld Klassenerhalt und Meisterschaft. An dieser Stelle noch einmal vielen Dank für die Schützenhilfe und Glückwunsch zum Klassenerhalt an den Aufsteiger!

Nach diesem verrückten Spieltag und der Heimkehr nach Cappel stand eine mehr als angemessene Feier an, die erst im Morgengrauen beendet war.

Vielen Dank an alle, die die Mannschaft im Laufe der Saison unterstützt haben! Den Zuschauern, dem Vorstand und den anderen HSG-Teams!

#nextLevel – Ein kompletter Saisonrückblick wird folgen!

Für die HSG Marburg/Cappel spielten: Merita Krasnici, Steffi Quent; Pia Hummerich (8/3), Hanna Battenfeld (3), Franziska Hüppe (3), Gaby Petznick (3/3), Silja Schlue (3), Annika Conrad (1), Maren Schäfer (1), Nina Sippel (1), Franziska Bahnmüller, Thisa Dantes, Laura Elmer, Nele Schlichting, Carina Fischer

(hd)

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