HSG Marburg/Cappel - HSG Lollar-Ruttershausen 29:29 (14:14)

HSG Marburg kommt mit 29:29 (14:14)-Unentschieden "richtig in der Liga an"

Tolle Stimmung in der Halle in Cappel, ein rassiges, intensives und über weite Strecken durchaus hochklassiges Spiel, welches mindestens ebenso viel Spannung mit sich brachte wie ein guter Hitchcock-Thriller: wer sich am Samstagabend für die Option Handball entschieden hatte, dürfte weit davon entfernt gewesen sein, das Eintrittsgeld zurückzufordern.
Beide Teams, auf der einen Seite die Aufsteiger und Dauergewinner der vergangenen Saison, das seit der Auswärtsklatsche in Gettenau auf Punkte brennende Team um die Trainer Uwe Schulz und Bernd Portjanow, das ohne Kapitän Christian Rottmann auskommen musste; andererseits der Aufstiegskandidat HSG Lollar-Ruttershausen mit einer Truppe, die eigentlich kaum Schwachstellen hat – sie schenkten sich absolut nichts, sodass letztlich ein Schlagabtausch auf der sprichwörtlichen Augenhöhe zustande kam.
Nach ausgeglichener Anfangsphase ohne jegliches Abtasten schien sich die Auswahl von Gästecoach Mario Foos, angeführt vom bärenstarken Spielmacher Jonas Leib und hinten immer wieder abgesichert von den sehenswerten Paraden von Torhüter Christoph Sack, doch absetzen zu können: mit 12:9 führten die "Grünen" etwa 13 Minuten vor der Halbzeitsirene. Doch die Schulz-Sieben ließ sich überhaupt nicht aus der Ruhe bringen, durch eine offensivere Ausrichtung der Deckung sowie erhöhte Bissigkeit und Beweglichkeit  gelangen viele Ballgewinne, die wiederum zu schnellen Treffern und damit dem verdienten Remis zur Pause führten: 14:14.

 

Nach dem Wechsel ein spiegelverkehrtes Bild: nach dem verletzungsbedingten Ausscheiden von Jonas Leib fehlte es dem Lollarer Spiel zunächst an Struktur, sodass nun die heimische HSG auf drei (17:14), später immer wieder auf zwei Treffer enteilte. Doch die individuelle Stärke im Rückraum namens Stefan Zecher und Thorsten Schmitz hielt die Gäste stets auf Schlagdistanz und im Spiel, zumal auch Torwart Leon Kemper dem ein oder anderen Marburger "den Zahn zog".
Enorm stark auf Marburger Seite besonders in dieser Phase ebenfalls der Rückraum: Philipp Hoffmeister mit Dynamik und Urgewalt, Ole Ackermann mit Spielwitz und Blick für Lücken, wo eigentlich keine sind, Jonas Schuster mit seiner "linken Klebe", Neuzugang Elias Kappner, der seine Qualitäten als "Wühler" in die Waagschale warf und toll den Blick für seine Nebenleute behielt; dazu eine durchweg starke Abwehr, dirigiert von Johann Grede: "Das sah schon gut aus", so Trainer Schulz. "Man kann unterm Strich von einem Punktgewinn beider Teams sprechen. Dass wir hier auf Augenhöhe mit einem der Favoriten der Liga agiert haben, macht Mut, ebenso, dass auch mehr drin gewesen wäre. Es scheint, als wären wir in der Liga angekommen." Beleg dafür auch die Schlussphase: Lollar glich aus, kam eine Minute vor Ultimo nochmals in Ballbesitz, doch ein letzter, vielleicht entscheidender Treffer wollte gegen leidenschaftlich und clever verteidigende Blau-Gelbe nicht mehr gelingen. Diese kamen gar wenige Sekunden vor der letzten Sirene noch einmal in Ballbesitz, doch selbst dem blitzschnellen David Binas rannte die Zeit davon und gestattete  keinen Torabschluss mehr.
Dass letztlich keine der beiden Mannschaften das Spiel ganz für sich entscheiden konnte, lag schlichtweg an Kleinigkeiten und ist mitnichten eine Frage von Qualität, weder hüben noch drüben. Manchmal, so eine Binsenweisheit, ist eben sogar der Handballgott gerecht, denn verdient hatte dieses unterhaltsame Spiel vielleicht einen Sieger – aber definitiv keinen Verlierer.
Einen Gewinner darf man allerdings nicht verschweigen: Torwartlegende Götz Karger, an sich schon länger im Handball-Ruhestand, kehrte für zwei Siebenmeter zwischen die Pfosten zurück. Und weil der Sport noch immer die schönsten Geschichten schreibt, parierte der Routinier gleich beide Strafwürfe unter dem frenetischen Jubel besonders der "Veteranen" auf der Tribüne. Ein runder und unterhaltsamer Handballabend in Cappel also, der sicherlich Lust auf mehr macht.

Für die HSG spielten:
Herbert Gärtner (1.-60.), Götz Karger (bei 2 7m); Philipp Hoffmeister (6 Tore), Jonas Schuster (6), Jan Schultz (5), David Binas (4), Ole Ackermann (4), Elias Kappner (3), Arne Ackermann (1), Johann Grede, Henning Dippel, Alex Schuhmann, Max Flothow (schied früh verletzt aus), Sebastian Mootz.


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